Gedanken vom Regio-Gottesdienst, 21. März 2021, Kirche Walperswil

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«Genug für alle – Leben als Teil der Schöpfungsgemeinschaft»

«Anders als mir dänked: Gnueg für aui!»

Liebi Gmeind
«Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde», bezüüged mir im so genannte Apostolische Glaubensbekennt-nis. Mir verstönd üs als Gschöpf vo Gott, wo uf dere Ärde zäme mit aune andere Läbewäse, au Gschöpf vo Gott, läbet.
«Ich schliesse meinen Bund mit euch Menschen und euren Nachkommen», het Gott i de Aafangsziit em Noah und sinere Familie gseit, aber denn no ergänzt: «Ich schliesse meinen Bund auch mit allen Tieren, die mit euch in der Arche waren und künftig mit euch auf der Erde leben.»
Gott isch sowohl Bündnispartner vo üs Mensche als au vo aune andere Läbewäse. Gott het aune sis Verspräche gäh: « Ich will das Leben nicht in zweites Mal vernichten», und als Zeiche vo sim Bund de Rägeboge gsetzt. Das heisst für üs Mensche, dass mir mit aune andere Läbewäse in ere Schöpfigs- und Bündnis-gmeinschaft läbet; mit Gott als em Schöpfer und Bündnispart-ner vo auem Läbige, als em Förderer und Bschützer vom Läbe. I dere Schöpfigsgmeinschaft giut: «Gnueg zum Läbe für aui.» Und aus, wo läbt, läbt zur Ehr und zum Lob vo Gott.
D’Ärde ernährt üs, aber nume denn, wenn mir üs nid gedanke- und verantwortigslos seubst bediened und erwarted, dass scho irged öpper die vo üs leer gruumte «Regal» neu uffüuet. Mir chönd nit plündere. Süsch verletzed oder zerstöred mir de gueti und natürliche Chreislouf vom Gäh und Näh, vom Abstärbe und Neuwärde, wie mir’s im Herbst und Früehlig erläbet.
Mir müend immer wider zur Bsinnig choh, damit mir üs erin-nered, dass Gott ds Läbe vo aune Gschöpf wott, Mensche und Tier. Dass er möchti, dass aui gnueg händ zum Läbe.
Aber -- isch das hüüt überhaupt no möglich? Me seit, dass vor 2000 Jahr ungefähr 300 Millione Mensche uf dere Ärde gläbt händ. Hüüt sind mir fascht 8 Milliarde. Wie viu Land het üsi Ärde überhaupt no für jede und jedi vo dene 8 Milliarde Men-sche in üse Schöpfigsgmeinschaft? Git’s au hüüt no gnueg guete Bode für aui? ---- D’Antwort uf die Frag isch fascht nit z’gloube!!!! Für jede Mensch wär au hüüt no 250 m2 Siedligs-flächi vorhande; devo d’Häufti als persönlichi Wohnflächi, und die anderi Häufti als Gmeinschaftsaateil für Industrie, Handel, Freiziit, Sport, Gsundheitswäse, Verwaltig, Verkehr. Das isch gnueg für aui. Es isch verruggt, dass so viui Mensche zäme-drängt läbed wie in ere Sardinebüchse. Wenn jede Mensch ds Aarecht uf sini persönlichi Wohnflächi chönd iilöse, gäbti das jewius zäme für vier Persone e Flächi vo 500 m2, voruusgsetzt, die gsamti Siedlingsflächi vo dere Ärde wär gliichmässig ver-teilt. Aber das isch no nid aus! Neb dere Flächi zum Wohne het jede Mensch 1900 m2 Ackerland zguet, also fast 40 x 50 Meter Ackerbode. Und dezue no 4300 m2 Weide und Wiese und au 4800 m2 Wald. Das wär würkli gnueg für aui vo üs 8 Milliarde Mensche! Sich eso bsinne tuet gut! Es zeigt, dass es kei Fähler vo Gott isch, wenn hie uf dere Ärde Mensche hungered. Mir Mensche händ schlicht und eifach ds Land schlächt und eisiitig verteilt. Lueged mir üs als Biispiu emol üsi «persönlichi Acker-flächi» aa: da isch ds Land, wo mir bruuched, um Fuettermittu für d’Säu, d’Rinder und d’Hühner aazbaue, viermal so gross wie d’Flächi, wo mir ds Getreide, d’Hülsefrücht, ds Gmües und de Salat für üs Mensche aabaued. Derbi händ mir ja für üsi Nutztier Wiese- und Weideland, wo meh als doppelt so gross isch wie de Ackerbode.
Es git etlichi Lüüt wo bhaupted, es gäbi Hunger, wiu uf dere Ärde zviu Mensche läbed. Dene chönd mir antworte: «Rächt händ ihr! Es git zviu Mensche uf dere Ärde, und zwar die, wo zviu tierischs Eiwiiss und Fett ässed. Deshalb wird immer no meh Wald grodet und de Läbesruum vo viune Tiere zerstört.» Es isch en eifachi Rechnig: «Zviu für wenigi bedüütet zwenig für viui.» Oder: «Gnueg für aui, aber anders, als mir dänked!»
Ja, mir müend üs immer wider bsinne und üs und anderi erin-nere, dass Gott en Bund mit üs Mensche und mit aune Tier gschlosse het. Und mir müend hoffe und bäte, dass möglichst viui Mensche das begriifed und behärziged.
Au das isch en eifachi Rechnig: würded mir hüüt d’Bevöukerig vo de Wäut uf chliini Dörfer mit je 100 Mensche verteile, gäbti das für jedes Dorf 59 Persone vo Asie, 17 vo Afrika, zäh vo Europa, acht vo Latiinamerika, füüf vo Nordamerika und ei Person vo Ozeanie. Was würdi ächt gscheh, wenn dört demo-kratisch über d’Landverteilig und -nutzig abgstimmt würdi?!

Was bedütet ietz d’Ussag «Gnueg für aui, aber anders, als mir dänked!» für üs i de Schwiiz? Da giut eidüütig: «Nit gnueg für aui!» in Bezug uf ds Ackerland, d’Wiese und Weide und de Wald. Im Vergliich zur gsamte Ärde het d’Schwiiz nämli für jede und jedi nume es Vierteli vom Ackerland, en sechste Teil vom Wiese- und Weideland und e Drittu vom Wald. D’Idee vo de Seubstversorgig isch en Illusion, und zum Glück git’s anderi Länder, wo Acker-, Weideland und Wald im Überfluss händ! D’Schwiiz het i de Vergangeheit Nahrigsmittu importiert; das wird sich au für d’Zuekunft nid ändere. Was sich auerdings sött ändere, sind d’Ernährigsgwohnhete. D’Chind lernet i de Schuel mit de Ernährigspyramide, wie mir üs gsund chönd ernähre. En grosse Unterschied zwüsche em «Me sött eigetlich» und em «Me tuet aber nid» git’s bi üsem Fleischkonsum. D’Empfehlig für e gsundi Ernährig wär, nume zwei- bis drüümal pro Wuche Fleisch z’ässe. Das gäbti pro Jahr 15 Kilo Fleisch. Im Durch-schnitt verzehret mir aber drüümal soviu. Würdet aui de Kon-sum vo Fleisch reduziere, chönnted mir uf importierti Fuetter-mittu verzichte. En Änderig vo dere Ernährigsgwohnhet würdi neb de gsundheitliche Vorteil für üs Mensche au etlichi Ver-besserige bringe in Bezug uf de Klimaschutz und ds Wohl vo de Tier. Mir müend üs frage: «Warum wartet mir eigetlich?» Wenn mir ietz mit chliine Schritt aafönd und üs langsam chönd steigere, füehrt das sicher zue nere nachhaltige Veränderig.

Aber --- isch das würklich es Thema gsii für en Gottesdienst? Sicher für die, wo gloubed, dass sie mit aune andere Mensche und Läbewese uf dere Ärde Teil vo de Schöpfigs- und Bünd-nisgmeinschaft vo Gott sind. Amen.

Mit härzliche Grüess und em Bhüet nech Gott,

Pfr. U. Bukies
Bereitgestellt: 25.03.2021     Besuche: 138 Monat
 
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