Predigt zu Weihnachten 2020 Thema: "Nicht allein gelassen"

31653157307_1bddd7acae_c <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;ccMeg&nbsp;McAbee)</span><div class='url' style='display:none;'>/kg/walperswil-buehl/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>832</div><div class='bid' style='display:none;'>15702</div><div class='usr' style='display:none;'>223</div>

Lukas-Evangelium 2, 78-79

Unser Gott ist voll Erbarmen. Darum kommt der helle Morgenglanz aus der Höhe zu uns und bringt denen Licht, die in der Finsternis und im Schatten des Todes leben. Er lenkt unsere Schritte auf den Weg des Friedens.

Philipperbrief 2,7
Jesus Christus verzichtete auf alle seine Vorrechte. Er wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen.

Liebi Gmeind
Für üsi Chind oder Grosschind isch de liebste Wieh-nachtsfilm «Kevin – allein zuhaus». De Held vo dem Film, de achtjährigi Kevin, wird versehentlich allei dihei glah, wo sini Familie i d’Wiehnachtsferie fahrt.
S’Thema vo dere Predigt isch «nid allei glah». Mer lönd jetz de Kevin emol no e chli ellei. Ig möcht nämli zerst es Ereignis us em Läbe vo de Königin Elisabeth verzelle, wo au verfilmt worde isch, und zwar i de Filmserie «The Crown». Im Oktober 1966 het sich z’Aberfan, es Berg-bau-Dorf z’Wales, e Katastrophe ereignet. E Schlamm-lawine het en Teil vom Dorf verschüttet und 144 Men-sche in Tod gerisse, zum grösste Teil Schuelchind. Am Tag nach de Katastrophe isch de Maa vo de Königin Elisabeth nach Aberfan gange. D’Königin selber het en Beileids-Brief gschickt. Aber acht Täg nach de Kata-strophe isch sie denn selber uf Aberfan gange. Und dä Bsuech het zählt i de Auge vo de Bevölkerig. D’Königin isch sehr betroffe gsii vo däm, wo sie dört gseh het, sie het öffentlich Träne vergosse. E Frau, wo en Sohn i dere Katatstrophe verlore het, het später emol gseit: «D’Köni-gin und ihri Familie händ üs zeigt, dass d’Wält um üs ume mit üs gsii isch und mitgfühlt het».
Und da sind mir bim Thema: «Nid allei glah». S’Gfühl haa, me sigg nid ohni Beachtig und Aateilnahm. Es Wüsse und es Gspüre, dass da öpper isch, wo sich kümmeret um üs und üs z’Hilf chunnt.
Dur de Bsuech z’Aberfan nach dere Katastrophe isch übrigens es speziells Verhältnis entstande zwische däm Dorf und de Königin Elisabeth. Immer wieder emol het sie dört en Bsuech gmacht.
D’Krone kümmeret sich, d’Königin oder de König. Dä oder die, wo z’oberst staht, kümmeret sich um die, wo z’unterst sind, eifachi Bergarbeiterlüüt.

Wenn mir gfragt werdet, was Wiehnachte bedüütet, denn isch es im Kern genau das: de König vom Universum kümmeret sich um sini Mensche, und no meh, um sini Schöpfig. Aber Wiehnachte isch meh. Das göttliche Sich Kümmere gaht tüüfer, wiiter. Gott macht nid nume en Bsuech: Gott wird i sim Sohn eine vo üs. Und Gott absolviert das volle Programm: Er wählt e jungi Frau als «Leihmutter». Gottesgebärerin het me i de Folg d’Maria gnennt. Eigetlich müsste mir säge: Gottes- und Menschegebärerin. Gott überzügt en vermuetlich e bitzeli weniger junge Maa, Stiefvater z’werde.
Und eso chummt Gott uf die Ärde als es hilfloses Chind. Gott lernt schnuufe, suuge, chrabble, laufe, rede. Er weiss, was Hunger und Durst und Schmerze sind, weiss, dass es en Unterschied macht, ob me Milch, Wasser oder Wii trinkt. Stärker chah me sich nid identifiziere mit üs Mensche und üsem Schicksal.

Zrugg zur königliche Familie und zur Filmserie «The Crown». Dört wird üs zeigt, wie de Prinz Charles vor sinere Installation als Prinz vo Wales für einigi Monät nach Wales gschickt wird, mit de Absicht, dass er s’Land, d’Lüüt und ihri Sprach und Kultur kennelernt. S’Ziel isch: d’Red als frisch iigsetzte Prinz vo Wales i de walisische Sprach chönne z’halte.
Und de Charles macht das, znächst widerwillig. Aber über d’Beziehig zu sim Sprachlehrer mit Familie chriegt de Charles au e Beziehig zum Land, wo er sött Prinz sii. Und er zeigt Verständnis für d’Lüüt und ihri Gschicht, das het en Iifluss uf sini Iistellig und denn au uf sini Red.

Zrugg zum Jesus, wo meh als einigi Monät im Land vo de Mensche gläbt het. Er het überhaupt kei Problem gha, als Rabbi, religiöse Lehrer ufztrete, als Menschensohn, als Messias, als Gesalbte, Gesandte vo Gott, als König vo de Jude. Und so sind au sini Ratschläg, Wiisige, Gebot, nid unmenschlich oder ussermenschlich. Im Gegeteil: sie wiiset üs de Wäg usse us dene unmenschliche Zueständ, wo mir üs als Mensche gschaffe händ.
De Jesus zeigt üs, dass mir vo Gott nid allei glah worde sind. Mit sinere Geburt fragt üs Gott wie scho am Aafang im Paradies: Mensch, wo bisch? Wo hesch di versteckt, wo hesch di verirrt? Wo bisch bliibe stecke und chunsch nüm wiiter, chunsch nüm usse? Ich wott dir helfe!

Jetz wänd mir üs doch au no um de Kevin kümmere, wo ellai dihei glah worde isch. Am Aafang het’s em Kevin no gfalle. Es Läbe i de Familie cha nervig sii. Aber mit de Ziit wär de Kevin denk froh gsii, er wär nid völlig allei. Zwei Räuber händ em s’Läbe welle schwär mache. De Kevin het sich lang no guet könne zur Wehr setze, trotz sim Allei-Sii. Aber irgedwenn isch er doch i d’Händ grate vo dene zwei Räuber. «Isch denn niemer ume, wo mir chah helfe?», het er dänkt. Und denn isch plötzlich en Retter uftaucht für de Kevin: de alti Maa Marley het die beide Räuber überwältiget und de Kevin befreit.
En Retter isch uftaucht für eine, wo allei glah worde isch.
Und da demit händ üsi Chind und Grosschind gar nid so unrecht, wenn sie säget, de Film «Kevin – allei dihei» sigg ihre liebste Wiehnachtsfilm.
Villecht müsste mir ihne allerdings no erkläre, warum das würklich so isch. Amen

Mit härzliche Grüess
und Sägenswünsch zum Weihnachtsfest,
Pfr. Ueli Bukies
Kerstin Möri,
Bereitgestellt: 26.12.2020     Besuche: 147 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch