OSTERN 2020 findet statt!

234843868_08d784f8dd_o —  Oberhalb Brig-Glis im Wallis. Ein warmer Sonnenabend.<div class='url' style='display:none;'>/kg/walperswil-buehl/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>832</div><div class='bid' style='display:none;'>15018</div><div class='usr' style='display:none;'>223</div>

OSTERN 2020 findet statt!
Teil 1 (Gründonnerstag & Karfreitag)

Liebe Mitglieder unserer Kirchgemeinde
Ostern 2020 fällt nicht aus. Es ist auch nicht auf später verschoben worden. Gedenktage wie Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag können nicht ausfallen. Geburtstage fallen auch nicht aus, nur weil wir sie vielleicht einmal anders feiern müssen als gewohnt. Wir hören nicht einfach auf, uns zu erinnern.
Ostern 2020 findet statt. Wir können nicht gemeinsam feiern, nicht in der Kirche und nicht daheim. Wir bleiben auf Distanz zueinander («social distancing»). Ist deshalb dieses Mal an Ostern alles anders?
Im volkstümlichen Teil von Ostern, beim Suchen der Eier, spielt Distanz eine wichtige Rolle. Der Osterhase ist ein gutes Beispiel für «social distancing»: er hat sich noch nie blicken lassen, geschweige denn wäre er mit uns Menschen in Berührung gekommen.
Kommen wir nun zum eigentlichen, christlichen Teil des Osterfestes! Wenn wir uns an die Ereignisse von Gründonnerstag bis Ostersonntag erinnern, begegnet uns auch dieses «social distancing». Also Handlungen, bei denen Menschen zueinander auf Distanz gehen, aber auch solche, die das «social distancing» überwinden.
Jesus als Hauptperson ist von Palmsonntag bis Gründonnerstag vor Allem in Jerusalem und wirkt als Lehrer im Tempel. Den ganzen Tag hindurch ist er umringt von Menschen. Am Abend verlässt er die Stadt und verbringt die Nacht zurückgezogen beim nahe gelegenen Ölberg.
An Gründonnerstag feiert Jesus mit seinen Jüngern in der Stadt, aber an einem verborgenen Ort, das Passahfest. Das Fest erinnert die Juden daran, dass sie als Sklaven aus Ägypten von Gott befreit wurden.
Jesus sagt zu Beginn der Feier zu seinen Schülern: «Ich habe mich sehr danach gesehnt, dieses Festessen mit euch zu feiern, bevor ich leiden muss!» Jesus geniesst das Zusammensein. Nach dem Fest wird er schmerzlich «social distancing» erleben. Seine Jünger werden ihn in der Krise verlassen und sogar verleugnen.
«Ich werde dieses Passahmahl nicht mehr feiern bis zu dem Tag, an dem das Reich Gottes vollkommen da ist. Dann wird die volle Bedeutung dieses Festes erfüllt sein», sagt Jesus dann. Was meint er damit, dass die «volle Bedeutung des Festes» erst noch erfüllt wird? Um das zu verstehen, müssen wir uns die ursprüngliche Bedeutung ansehen:
die versklavten Juden erhielten in Ägypten erst dann ihre Freiheit, als Gott hart eingriff und in jeder Familie den ältesten Sohn sterben liess. Die jüdischen Familien blieben von dieser Plage verschont, weil sie das Passahmahl feierten und das Blut der geschlachteten Lämmer an die Türpfosten gestrichen hatten.
Beim Festmahl ändert nun Jesus den Ablauf und fügt neue Worte hinzu. Er sagt seinen Schülern: «Das Brot des Festmahls ist mein Leib, den ich für euch hingebe. Und der Wein des Festessens ist mein Blut, das ich für euch vergiessen werde. Damit wird ein neues Bündnis zwischen Gott und den Menschen geschlossen und besiegelt.»
Worin besteht nun für Jesus die volle Bedeutung des Passahmahls? Er hält an der unerhörten Aussage fest, Sohn Gottes zu sein, innige Gemeinschaft mit Gott zu haben und diese Gemeinschaft für alle Menschen zu öffnen. Davon rückt er bis zum letzten Atemzug nicht ab. Die Liebe Gottes nimmt also menschliches Unverständnis, Ablehnung und Schuld auf sich und überwindet sogar den Tod. Stärker kann ein Bund zwischen Gott und den Menschen nicht geschlossen werden, und dieser Bund führt zur Freiheit und zum Leben.
Noch etwas sagt Jesus bei dieser Feier: «Es wird der Tag kommen, an dem ich wieder das Mahl (mit euch) feiern werde. Ich werde dann wieder vom Saft der Reben, vom neuen Wein trinken (mit euch).»
Das heisst für uns: als Eidgenossen sind wir auch «Bundesgenossen Gottes», uns ist die endgültige Freiheit und ein Leben ohne die Einschränkung des Todes versprochen. Ein Leben ohne «social distancing», also ein Leben in Gemeinschaft mit Gott und miteinander.
Daran können wir uns immer wieder erinnern, an Ostern, aber auch während des Jahres. «Feiert immer wieder dieses Mahl und erinnert euch daran, was ich für euch getan habe!», sagt Jesus. Und der Apostel Paulus meint dazu: «Immer wenn wir Brot und Wein teilen, sagen wir: Jesus zeigt uns mit seinem Sterben an Karfreitag, dass seine Liebe zu uns nicht schwach geworden ist. Und seine Rückkehr ins Leben an Ostern zeigt uns, dass seine Liebe stärker ist als der Tod!
Und nichts, ja gar nichts kann uns von dieser Liebe trennen, auch nicht Not, Angst und Lebensgefahr, nicht einmal das Schwert des Henkers.»
Und wir ergänzen: «Und auch keine Coronavirus-Pandemie, keine Isolation, kein Konkurs und keine wirtschaftliche Rezession.» Amen
Pfarrer Ueli Bukies

reformiertes Gesangbuch, aus Lied Nummer 452:
Du hast die Angst auf dich genommen,
du hast erlebt, wie schwer das ist.
Wenn über uns die Ängste kommen,
dann sei uns nah, Herr Jesus Christ!
Wenn wir an andern schuldig werden
und keiner unser Freund mehr ist,
wenn alles uns verklagt auf Erden,
dann sprich für uns, Herr Jesus Christ!
Vorschlag zu Gründonnerstag und Karfreitag:

Machen Sie bei dem schönen Wetter einen meditativen Dorfspaziergang, unter strikter Beachtung der behördlichen Massnahmen: Einhalten von 2 Meter Abstand zu anderen Personen, keine Gruppenbildung von mehr als fünf Personen!

a.) Gehen Sie an der Kirche vorbei und stellen sich vor: hier hat Jesus die Menschen gelehrt.
b.) Bleiben Sie vor irgendeinem Haus stehen und stellen sich vor: hier hat Jesus «im Verborgenen» das letzte Passahmahl gefeiert. Freuen Sie sich. Er wird es eines Tages wieder tun, und dann öffentlich mit uns!
c.) Bleiben Sie vor einem grösseren Garten stehen und stellen sich vor: hier hat Jesus allein gebetet, bevor er verraten und gefangen genommen wurde.
d.) Bleiben Sie vor dem Gemeindehaus stehen und stellen sich vor: in zwei Palästen (vom Hohenpriester & vom römischen Statthalter) wurde Jesus unmenschlich behandelt und unschuldig zum Tod verurteilt.
e.) Gehen Sie in Richtung Friedhof und stellen sich vor: hier lief Jesus mit dem Kreuz und der Dornenkrone zum Richtplatz.
f.) Bleiben Sie irgendwo am Rand des Dorfes stehen und stellen sich vor: hier wurde Jesus gekreuzigt.
g.) Stellen Sie sich am Friedhof vor: hier wurde Jesus begraben.
h.) Gehen Sie heim: nehmen Sie Brot und Wein (oder Traubensaft) und erinnern Sie sich daran, dass Sie Bundesgenossin, -genosse sind und Ihnen Gemeinschaft mit Gott und damit Freiheit & Leben zugesprochen sind. Stellen Sie sich vor, dass Sie eingeladen sind, einmal mit Jesus den neuen Wein zu trinken, wenn Gott vollkommen regieren wird.
Kerstin Möri,
Bereitgestellt: 10.04.2020     Besuche: 35 Monat
 
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