Amtseinsetzungsfeier von Pfarrerin Salome Graber im Mai 2021


Liebe Mitglieder der Kirchgemeinde Seedorf
Nun ist es schon ein gutes halbes Jahr her, seit ich meine Stelle als Seelsorgerin im «Frienisberg – üses Dorf» angetreten habe. Vielen von Ihnen bin ich – bedingt durch die Massnahmen aufgrund des Corona Virus – noch nicht persönlich begegnet.

Die Gottesdienste im Frienisberg fanden bisher nur intern statt. Auch meine
Amtseinsetzungsfeier im Mai. Damit Sie dennoch ein bisschen an der Amtseinsetzungsfeier teilhaben dürfen, werde ich gerne ein paar Zeilen dazu schreiben. In der Hoffnung natürlich, Sie auch einmal persönlich kennen zu lernen.

Wenn eine neue Pfarrerin, ein neuer Pfarrer das Amt in einer Kirchgemeinde antritt, wird eine Beauftragung von Seiten der reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn erstellt. Stellvertretend wird diese von einem anderen Pfarrer ausgesprochen. Ich hatte die Ehre, diese Beauftragung von meinem ehemaligen Lehrpfarrer aus Lützelflüh, Pfr. David Schneeberger, zu erhalten.

Der Sonntag, 9. Mai startete mit herrlich sonnigem Wetter. Wir hatten beschlossen, den Gottesdienst draussen unter der Remise vor dem im letzten Jahr neu erbauten Lindenhaus durchzuführen. Schon früh morgens war der Hausdienst vom Frienisberg eifrig damit beschäftigt, Stühle aufzustellen und alles für den feierlichen Gottesdienst bereitzustellen. Das prachtvolle Blumenbouquet, welches jeweils vom Blumenlädeli Andres aus Seedorf gespendet wird, vervollständigte das wunderschöne Ambiente.

Aus allen Häusern und Wohngruppen wurden die Bewohnerinnen und Bewohner durch freiwillige Helferinnen und Helfer zum Gottesdienstort begleitet oder kamen selbstständig. Die Glocken des ehemaligen Klosters läuteten den Beginn des Gottesdienstes ein. Die wunderschönen Klavier- und Violinenklänge von Damaris di Bennardo und Elisabeth Peter hiessen alle Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer willkommen.
image002 (Foto: Tanja Fahrni)


Pfr. Schneeberger begrüsste alle Anwesenden. Gemeinsam durften wir – zum ersten Mal seit Langem – in das Lied «Christus, das Licht der Welt» einstimmen. Wie schön war es, wieder zusammen singen zu können!

Die Predigt wurde gemeinsam von Pfr. Schneeberger und mir gestaltet. Eine Dialogpredigt zur Emmausgeschichte aus dem Lukasevangelium. Dabei ging es auch darum, was diese Geschichte über die seelsorgerliche Begleitung von Menschen aussagt. Für diese Predigt habe ich mich sogar etwas verkleidet – spielte ich doch die Rolle einer Jüngerin unterwegs nach Emmaus. Den Schluss aus der Dialogpredigt möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Pfr. Schneeberger: «Heisst das im Rückblick, dass Jesus mängisch ou da isch, we mir’s gar nid vermuete? Weni mir’s gnau überlege, hani das ou scho erläbt. Woni im Hingerdry ha gmerkt, dass i ou i schwierige Zyte bi begleitet und bhüetet gsy. Das hiuft mir, füre z’luege und di Hoffnig mit angerne z’teile.»

Pfrn. Salome Graber alias «Jüngerin»: Ja, genau so isches ou üs gange. Mir sy nach däm Erläbnis wieder zrügg uf Jerusalem und hei de angere Jüngerinne und Jünger vo dere Begägnig mit Jesus verzeut. Mir hei mit ihne di Hoffnig teilt, dass es wyter geit. Syder isch es mir no wichtiger, angeri z begleite. Äs het mir zeigt, wie wichtig dass es isch, enang la teilz’ha a üsem Läbe, enang Muet und Hoffnig zuez’spräche u drmit z’rächne, dass Gott i üsem Läbe würkt, grad eso wie Jesus Christus i dere Gschicht.

Anschliessend an die Amtseinsetzungsworte, wurde ich mit herzlichen Worten und liebevollen Geschenken von Silvia Bär, Kirchgemeinderatspräsidentin, und von der Bereichsleiterin Beratung / Aktivierung Renate Hübscher, als Vertreterin von Seiten Frienisberg, in meinem neuen Amt willkommen geheissen.

Das gemeinsam gesungene Lied «Vertraut den neuen Wegen» und der anschliessende Segen haben den Gottesdienst beendet und Mut für den weiteren Weg gemacht.
Doch halt, noch nicht ganz zu Ende war der Gottesdienst: Zum Muttertag durften sich alle Mütter ein Röseli abholen als Dankeschön und Wertschätzung für all das, was uns unsere Mütter auf den Weg mitgegeben haben – die Rosen wurden von der Kirchgemeinde gespendet. Und weil geteilte Freude doppelte Freude ist, haben auch alle anderen Teilnehmer des Gottesdienstes ein Röseli erhalten und sich zum Ausgangspiel auf den Heimweg begeben.
Röseli (Foto: Tanja Fahrni)


Übrigens, wenn ich die Zeilen nochmals durchlese: Es ist so schön zu sehen, wie viele Personen jeweils engagiert sind, mitanpacken und helfen, damit so ein Gottesdienst im Frienisberg möglich ist – auch gerade durch die Mithilfe der Freiwilligen aus der Kirchgemeinde Seedorf. Ich bin unglaublich dankbar für all die wertvolle Hilfe und auch selbst ein Teil von dieser guten Zusammenarbeit zwischen der Kirchgemeinde Seedorf und dem Frienisberg – üses Dorf sein zu dürfen.

Herzlich, Ihre Pfarrerin Salome Graber


Bereitgestellt: 28.06.2021     Besuche: 121 Monat
 
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