Ein Wort zum Jahresanfang

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Lassen Sie sich beschenken
Der Rauch des Silvesterfeuerwerks hat sich verzogen, und der Alltag nimmt langsam wieder Fahrt auf. Das neue Jahr ist da. Vielleicht haben Sie sich den einen oder anderen guten Vorsatz für 2020 vorgenommen. Gute Vorsätze sind ein schöner Brauch, auch wenn es uns nicht immer gelingt, sie umzusetzen. Aber sie sind Ausdruck des Neuanfangs, von welchem Weihnachten immer wieder erzählt.

Ich selbst habe dieses Jahr einen etwas anderen Vorsatz gefasst. Ich möchte mich beschenken lassen. Sie haben richtig gelesen. Ich möchte mich 2020 öfters beschenken lassen. In einer Zeit, in der wir vor allem an unseren Leistungen, an unserem Output gemessen werden, macht es Sinn, sich daran zu erinnern, dass wir vieles im Leben nicht erarbeiten oder kaufen können. Z.B. Gesundheit. Ich kann mich zwar gesund ernähren und viel bewegen. Ob ich gesund bleibe oder nicht, habe ich aber nicht in der Hand. Ähnliches gilt für die Liebe. Ich kann zwar viel in meine Beziehungen investieren und mich für meine Liebsten aufopfern. Ich kann aber niemanden zwingen, mich zu lieben. Was ich tun kann, ist offenzubleiben für die Liebe, die mir geschenkt wird und sie annehmen, wenn sie da ist. Wenn ich in Gedanken aber immer wo anders bin, in meinen Sorgen oder Ängsten, bleibt wenig Platz für die Liebe, die mir geschenkt wird. Wenn ich an der Liebe zweifle, obwohl sie mir immer wieder geschenkt wird, verschliesse ich mich dieser Liebe. Es ist also gar nicht so einfach, sich Liebe schenken zu lassen und sich an diesem Geschenk zu erfreuen. Dasselbe gilt für die Liebe Gottes. Ich kann mir Gottes Liebe nicht verdienen. Gott schenkt sie mir unverdient! Gott schenkt sie mir aus freien Stücken. Wenn ich mich aber dieser Liebe verschliesse oder immer wieder an ihr zweifle, kommt das Geschenk nicht an, auch wenn es da ist. Wo ich im Alltag aber meine Augen offen halte für die Spuren dieser Liebe und mich über dieses Geschenk freue, werde ich frei, Gottes Liebe Antwort zu geben. Ich werde frei, in dieser Liebe auf andere Menschen zuzugehen und selbst wieder Liebe zu verschenken.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gelingende Spurensuche und ein gesegnetes neues Jahr.

Pfarrer Michael Siegrist


Bereitgestellt: 23.12.2019     Besuche: 9 heute, 322 Monat
 
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