Aus dem Kirchgemeinderat

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Sorgsam Leben
Text zum Kirchensonntag
Ich höre mir gern Geschichten an. Nicht zuletzt deshalb arbeite ich gern in der Pflege: ich lasse mir gern etwas erzählen, interessiere mich für Menschen, für ihre Lebensumstände, ihre Geschichten, ihre Motivationen und auch ihre Ängste. Und erzählen tue ich auch gern, von mir, meinen Ideen, meinen Wünschen, Gedanken und auch von meinen Sorgen und Kummern.

Letztens habe ich einen Podcast gehört im Auto, auf dem Weg zur Arbeit. Dabei gings um einen Mann, der bei einem Verkehrsunfall sein Leben verloren hatte. Er wurde in seinem kleinen alten Auto von einem grossen SUV frontal erfasst, dessen Fahrer betrunken eingeschlafen war am Steuer. Eine total traurige Geschichte. Vor allem auch wegen der Fortsetzung. Man hat nämlich nach diesem Unfall nach Angehörigen des Mannes gesucht, für die Beerdigung, aber auch für die Gerichtsverhandlung gegen den Fahrer des SUV. Man hat niemanden gefunden. Weder eine Familie, noch Freunde, keine Nachbarn, die ihn gekannt hätten. Nicht einmal ein entfernter Verwandter oder jemand, der mal mit ihm einen Kaffee getrunken hätte. Kein Mensch. In seinem Adressbuch stand eine einzige Nummer: die einer Frau, die das Grab seiner Eltern gepflegt hat.

Das Thema des diesjährigen Kirchensonntags ist: Sorgsam miteinander umgehen. In dieser Geschichte wurde das auf vielen Ebenen vergessen. Niemand ist sorgsam mit sich oder anderen umgegangen. Warum fährt man betrunken Auto? Warum hat man keinen einzigen Menschen in seinem Leben? Warum werden Menschen in ihrem Leben übersehen? Nach diesem verkorksten 2020 wünsche ich uns allen einen sorgsamen Umgang mit uns und mit unseren Mitmenschen. Lasst uns teilnehmen an den Leben anderer. Lasst uns die wahrnehmen, die man leicht übersieht. Kommen Sie mal wieder in die Kirche, sie ist einfach zu leer geworden....
Monika Ebner, Kirchgemeinderätin
Bereitgestellt: 18.01.2021     Besuche: 224 Monat
 
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