Aus dem Kirchgemeinderat

chris-bair-unsplash<div class='url' style='display:none;'>/kg/kallnach-niederried/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>743</div><div class='bid' style='display:none;'>14560</div><div class='usr' style='display:none;'>106</div>

Jeden Mittwoch fahre ich an die Probe der Heilsarme Brass Band in Bern. Zurzeit üben wir für das grosse Weihnachtskonzert am 7. Dezember in der Heiliggeistkirche. Wunderschöne Melodien welche das Herz und die Seele öffnen.




Während den Probepausen wird immer eine kurze Andacht gehalten, jeder kann frei über ein Thema sprechen, die meisten beten am Ende ihrer kurzen Andacht und danken Gott für dies und das. Persönlich habe ich damit grosse Probleme. Ich denke jedes Mal: Wie kann ich froh und dankbar sein, wenn die Welt aus ungerechtigkeiten besteht, eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung alles besitzt, die grosse Mehrheit sich den kleinen Rest teilen muss. Wir diskutieren über 50 Franken Flugtickets, dabei haben neunzig Prozent der Weltbevölkerung noch nie ein Flugzeug von innen gesehen. Wie kann ich dankbar sein, wenn Lügen, Manipulation und Selbstdarstellung zur Normalität gehören, unser Bundespräsident in Saudi-Arabien die Klinke putzt bei einem Regime, welches Menschenrechte mit Füssen tritt, einen erbarmungslosen Krieg mit Jemen führt und Kritiker ermorden lässt? Vielleicht liegt ja ein Milliardengeschäft in der Luft. Haben wir das wirklich nötig?

Wenn wir alle Kinder Gottes sind frage ich mich, gibt es einen Gott,
der diese Ungerechtigkeiten zulässt?

In der Weihnachtszeit, wo wir das grosse Fest des Friedens und der Liebe feiern ist es angebracht nachzudenken, in sich zu gehen, vor lauter schön und noch schöner die Mitmenschen nicht zu vergessen, einander zu helfen, sich für unsere Gemeinschaft einzusetzen - jeder so gut er kann. Für mich bedeutet das, zu musizieren. Beim Musizieren hören wir aufeinander, gehen aufeinander zu, erarbeiten zusammen eine Komposition und überlegen, was der Komponist uns mitteilen will. Wenn es der Brass Band gelingt die Zuhörer zum Nachdenken anzuregen, sie in ihrem Innersten zu berühren haben wir etwas Gutes und Schönes erreicht. Ich wünschte mir, die Welt wäre ein Orchestrale, alle wären gleich, es gäbe keinen Sieger und keine Verlierer und wir hörten aufeinander.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne, gesegnete, aber auch eine nachdenkliche Weihnachtszeit, erfüllt mit viel Musik. Fritz Mori, Kirchgemeindepräsident
Bereitgestellt: 21.11.2019     Besuche: 13 heute, 259 Monat
 
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