Kirchensonntag

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"Reichtum verpflichtet - Armut auch"
Dass Reichtum verpflichtet, im Sinne der Nächstenliebe, leuchtet ein. Aber Armut? Warum verpflichtet Armut? Und wozu? Darüber werde ich mir bis zum Gottesdienst vom 3. Februar noch ein paar Gedanken machen.

Im Moment denke ich über das Wort Reichtum nach. In der westlichen Welt misst man Reichtum meist in harter Währung. Wobei: Mit westlicher Welt meint man hier eigentlich die nördliche, denn Sätze wie «Wir haben nicht viel, aber wir sind glücklich» hört man eher im Süden, etwa in Afrika oder Südamerika.

Auch wenn wir Reichtum in Franken rechnen, bleibt Reichtum relativ. Absolut gesehen verdiene ich ganz gut, aber wenn ich mit dem Kollegen vergleiche, der mit weniger Aufwand mehr verdient, sieht es plötzlich nicht mehr so toll aus. Und jetzt mal abgesehen von Geld, Haus, Segelboot: Wieviel zählen Glück, Zufriedenheit, Zeit? Ist man reich, wenn man im Leben oft Glück hat, aber mit Geld nicht umgehen kann? Ist man reich, wenn der neue Job einen zufrieden macht, dieser aber weniger gut bezahlt ist? Ist jemand reich, der nur wenig Rente bekommt, dafür aber endlich Zeit für seine Freunde hat? Oder andersherum: Was nützt ein Segelboot, wenn man kaum Zeit findet, darauf Zeit zu verbringen?

Vielleicht können wir Menschen den Reichtum gar nicht so genau spüren oder fassen, vor allem wenn man ihn nicht in Geld aufwiegen kann. Eher spüren wir Ungerechtigkeit, Stress, oder dass wir uns einen Wunsch nicht erfüllen können. Gerade die positiven Dinge müssen wir uns manchmal ganz bewusst vor Augen führen. Man kann nicht nur Geld, sondern jede Form von Reichtum mit anderen teilen. Vielleicht benötigt gerade jemand ein Stück vom Glück, ein aufmunterndes Wort oder ein bisschen mehr Zeit.
Urs Möckli, Kirchgemeinderat
Autor: kallnach niederried     Bereitgestellt: 16.01.2019    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch