Aus dem Kirchgemeinderat

DSC03821<div class='url' style='display:none;'>/kg/kallnach-niederried/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>743</div><div class='bid' style='display:none;'>12797</div><div class='usr' style='display:none;'>106</div>

Lieber Martin Luther...
kallnach niederried,
Lieber Martin Luther,
liebe Schweizer Reformatoren
2017 feierten wir das 500 Jahr Jubiläum eurer Reformation. Es gab uns die Gelegenheit weiter zu denken, uns zu überlegen was in dieser Zeit alles geschehen ist, aber auch über die Zukunft unserer Kirche nachzudenken. Schade, dass das Reformationsjahr vorbei ist.

In der Schweiz entwickelte sich die Reformation ein paar Jahre später als in Luthers Heimat. Die Reformation gestaltete sich als demokratischer, nachhaltiger Prozess. Denn wir Lieber Martin Luther, liebe Schweizer Reformatoren hatten keine Fürsten und Kaiser welche wir überzeugen mussten. Der Einfluss und die Ausstrahlung der Schweizer Reformation auf Frankreich, Holland und die englische Kirche, vor allem durch die Täufer, war wesentlich. Dass euch die Bildung aller Personen wichtig war, Schulen und Universitäten gegründet wurden, wissen wir sehr zu schätzen und dafür sind wir euch dankbar. Dadurch wurden wir selbständig denkende Menschen, nahmen das Schicksal selber in die Hand und dachten nicht mehr, dass negative Ereignisse eine Strafe Gottes sind. Durch das grosse Wissen konnten wir auf dem Mond landen und Schockwellen im Universum nachweisen. Wir fahren mit Autos, lassen Maschinen und Roboter für uns arbeiten und wenn wir etwas nicht wissen, können wir im Internet nachschlagen. Der Sozialstaat wird laufend ausgebaut, die Armut bekämpft und in die Gesundheit investieren wir Millionen. Durch das grosse Wissen und Können sind wir aber auch kritischer geworden hinterfragen alles und jedes. Glauben fällt uns schwer. Am liebsten hätten wir eine Sandale von Jesus mit einer eindeutigen DNA-Spur. Dann würde es uns leichter fallen zu glauben.

Viele wissen nicht mehr was Weihnachten, Ostern und andere grosse Kirchenfeste bedeuten. Die Kirchen werden wenig besucht. Vielleicht weil wir zu viel wissen und der Glaube nicht durch Fakten bewiesen werden kann?

Liebe Reformatoren ihr seht, eine verwirrende Welt. Darum bin ich überzeugt, dass die Reformation weitergehen muss, wir uns als Kirche wieder auf die Bibel besinnen müssen und die Botschaft unter die Menschen bringen müssen. Nicht in der Kirche sitzen, den leeren Bänken etwas erzählen, sondern aktiv die Menschen besuchen, wie Jesus umhergezogen ist und die Menschen gelehrt hat.
FRITZ MORI, KIRCHGEMEINDEPRÄSIDENT
Autor: kallnach niederried     Bereitgestellt: 19.12.2017    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch