Psalmlesung zum Sonntag, 10. Mai 2020

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«Gott … unaufhörlich in der Seele gegenwärtig sein zu lassen. Das ist Mystik.»
Erich Zenger
Heidi Federici Danz,

Psalm 42 Bärndütsch

Es Lied vo de Korachiter.
2 Erlächnet wi ne Hirsch, wo nes Bechli suecht,
so erlächnet isch mys Gmüet: Es suecht di, my Gott.
3 Mys Gmüet het Durscht nach Gott, nach em läbige Gott.
Wenn darf i ds Gsicht vo Gott wider gseh?
4 Myni Träne sy mys Brot am Tag und ir Nacht,
sit me der ganz Tag zue mer seit: Wo isch jitz dy Gott?
5 Da draa wott i dänke, und ds Härz geit mer über:
win i fyrlech yzoge bi i ds Gotteshuus,
mit lutem Lobgsang und Dank i nere feschtleche Schar.
6 Warum bisch du so ufglöst, mys Härz,
warum stöhnsch i mir inn?
Wart numen uf Gott: Einisch danken ihm no
für d Hilf vo syr Neechi, mym Gott.
7 Mys Härz isch ganz ufglöst,
drum dänken ig a di vom Hermon, vom Bärg Mizar uus.
8 D Urfluet rüeft der Urfluet, we dyni Wildbech tose,
alli dyni Wälle bräche zäme über mir.
9 Am Tag lat mir der Herr sy Güeti la zuecho,
i der Nacht singen i für ihn es Lied,
es Gebätt für e Gott vo mym Läbe.
10 I säge zu Gott, mym Felse: Warum hesch mi vergässe?
Warum mues i truurig sy, will der Find mi so plaget?
11 Bis uf d Chnoche bin i verschlage,
we myni Gägner mi verlache,
we si der ganz Tag mi frage: Wo isch jitz dy Gott?
12 Warum bisch du so ufglöst, mys Härz,
warum stöhnsch i mir inn?
Wart numen uf Gott: Einisch danken ihm no
für d Hilf vo syr Neechi, mym Gott.

D Psalme Bärndütsch. Übersetzig: Hans, Ruth und Benedikt Bietenhard, Bern 1994


Psalm 42 verdeutscht von Martin Buber

1 Des Chormeisters,
eine Eingebungsweise der Korachsöhne. I

2 Wie die Hinde lechzt
an Wasserbetten,
so lechzt meine Seele,
Gott, nach dir. I

3 Meine Seele dürstet
nach Gott, nach dem lebenden Gottherrn:
wann darf ich kommen,
mich sehn lassen vor Gottes Antlitz? I

4 Meine Träne ist mir Brot geworden
tags und nachts,
da man all den Tag zu mir spricht:
Wo ist dein Gott? I

5 Dieses will ich gedenken
und ausschütten meine Seele in mir:
wie im Schwarme ich zog,
voran wallte zu Gottes Haus
mit der Stimme Jubels und Danks,
im Rauschen des Festreihns. I

6 Was versenkst du dich, meine Seele,
und rauschest in mir!
Harre auf Gott!
ja, noch werde ich ihm danken
seines Antlitzes Befreiungen,
meinem Gott. I

7 In mir versenkt sich meine Seele,
drum dass ich gedenke dein
vom Lande des Jordan,
der Hermonsgipfel
vom Geringen Berg: I

8 Wirbel ruft dem Wirbel
beim Hall deiner Rinnen,
all deine Brandungen,
deine Wogen,
über mich sind sie gefahren. – I

9 Tags, dass seine Huld ER entbiete,
und nachts bei mir ist sein Sang,
Gebet zum Gottherrn meines Lebens. I
10 Ich spreche zu meinem göttlichen Fels:

Warum hast du mich vergessen?
warum muss ich düsterfarb gehn
in der Umklammrung des Feinds? I
11 Mit Mordqual mir ins Gebein
höhnen mich meine Bedränger,
da sie all den Tag zu mir sprechen:
Wo ist dein Gott? I

12 Was versenkst du dich, meine Seele,
was rauschest du in mir!
Harre auf Gott!
ja, noch werde ich ihm danken –
meines Antlitzes Befreiungen,
ihm, meinem Gott. I

Das Buch der Preisungen. Verdeutscht von Martin Buber, Gerlingen 1998
Bereitgestellt: 09.05.2020     Besuche: 135 Monat
 
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