Jedes Ding hat seine Zeit…

AnnaTina Rösch (Foto: Jolanda Baumgartner)

Im Jahr 1989 habe ich als junge Mutter begonnen aktiv „Kirchenluft“ zu schnuppern. Nach unserem Zuzug in Aarberg war ich angefragt worden, ob ich nicht Lust hätte, in der Kinderkirche, mitzuhelfen. Damit hat etwas ganz klein begonnen, das immer mehr gewachsen ist.
Nach den ersten noch abtastenden Schritten, wurde meine Gangart sicherer, ich traute mir die Leitung der Plouschtage in den Herbstferien zu.
Mit der Geburt unseres vierten Kindes im 1994 übernahm ich dann die Leitung der ganzen Kinderkirche. Was man sich in dem Alter noch alles zutraut – aber es war wohl einfach die richtige Zeit! Der Kinderkirche – vielleicht ein wenig mein fünftes Kind – bin ich bis heute treu geblieben. Sie erlebte Höhen und Tiefen, aber es gibt sie immer noch!
Gerne denke ich an die Plouschtage zurück, wo ich mich zusammen mit einem grossen Team von so tollen Mitarbeiterinnen kreativ austoben konnte.
Vom Chileschnägg, der immer am Anfang des Fiire mit de Chliine stand und mit seiner drolligen Art irgendetwas beizutragen hatte, fällt mir der Abschied nicht ganz leicht. Der Weg, bis jeweils ein Krippenspiel aufgeführt wurde, war jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis. Die Mut machenden Geschichten beim Gottesdienst zum Schulanfang haben auch mich selber mutig das nächste KUWJahr beginnen lassen.
Ab dem 2000 durfte ich dann in der KUW-Landschaft erste Schritte ausprobieren. Schnell einmal merkte ich, wie gerne ich unterrichte, aber dass ich dazu noch besser ausgebildet sein sollte und damit dann auch völlig unabhängig wäre. So wagte ich die Ausbildung zur Katechetin und bewegte mich seither manches Jahr mit viel Freude auf der KUW der Unter- und Mittelstufe in Aarberg. Daneben war ich noch in verschiedenen anderen Kirchgemeinden angestellt und bin glücklich, durfte ich wirklich auf jeder Stufe unterrichten und so auch junge Menschen bis zur Konfirmation begleiten.

In dieser ganzen Zeit war ich mit ganz unterschiedlichen Menschen an meiner Seite unterwegs – alle haben sie mir auf ihre Art geholfen, mich manchmal herausgefordert und alle haben sie mich mit meinen Ecken und Kanten ertragen! Dafür möchte ich ganz herzlich danke sagen!
Ich durfte aber auch unzählige Kinder, teilweise jetzt auch schon die zweite Generation und ihre Eltern begleiten. Ich durfte sie spüren lassen, wo und wie mein Herz schlägt, nämlich für ein gemeinsames Unterwegssein, das von Vertrauen geprägt ist. Ich vertraue, dass wir alle von der guten göttlichen Kraft umgeben und getragen sind – auch dann, wenn wir meinen gar nichts davon zu spüren. Ich vertraue aber auch darauf, dass es sich lohnt, sich gemeinsam für eine Welt einzusetzen, in der es allen wohl sein kann.
Mir selber wurde von Eltern und Kindern sehr viel Vertrauen entgegen gebracht. Auch dafür möchte ich ganz herzlich danke sagen!

Und jetzt ist die Zeit für den nächsten Schritt – für das Loslassen. Der Zeitpunkt fühlt sich sehr richtig an. Ich spüre, wie meine Energie langsam knapp wird und wie ich mich innerlich nach mehr Ruhe sehne.
Ich freue mich aber weiterhin an jeder Begegnung und an jedem kurzen oder längeren Austausch, sei es mit Kindern oder Erwachsenen.

Meiner Nachfolgerin, Michaela Amstutz wünsche ich einen ganz guten Start.

Zum Abschied sage ich : „Es isch e gueti Zyt gsy! Möge mir aui im Vertroue wiitergah, dass sich e farbige Sägesrägeboge über jedem vo üsne Schritte usspannt!“

Katechetin AnnaTina Rösch






Bereitgestellt: 09.06.2021     Besuche: 106 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch