Zum neuen Jahr

Diemtigtal, Spuren im Schnee <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Bruno&nbsp;Wyss)</span><div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1143</div><div class='bid' style='display:none;'>15643</div><div class='usr' style='display:none;'>392</div>

Wir alle blicken auf ein ganz besonderes Jahr zurück, auf anstrengende Monate, auf ein herausforderndes und trauriges Kapitel in der Menschheitsgeschichte mit weitreichenden finanziellen Folgen.
Und wir können noch keinen Punkt setzen, weil wir uns noch immer mitten in der Coronakrise befinden. Wir fühlen uns von diesem Virus bedrängt, wir sind in unseren Freiheiten und Möglichkeiten eingeschränkt, was uns im Blick auf das kommende Jahr verunsichert. Wir alle verfolgen täglich die Entwicklung der Pandemie und wir sind besorgt, wenn die Fallzahlen der positiv getesteten Personen erneut steigen. Vielleicht sind wir oder ist jemand aus unserem Familienkreis sogar persönlich von den Symptomen dieser Krankheit betroffen und etliche leiden stark unter den finanziellen Einbussen. Es gibt also viele Menschen, die wegen dieser Krise oder auch wegen Kummer oder Einsamkeit aus anderen Gründen schwermütig ins neue Jahr gehen. Unsere Sehnsucht nach einem heilen Leben ist stark und nach einer Gesellschaft, die gesund und im Frieden leben darf. In der Not der gegenwärtigen Zeit, in Verzweiflung und Angst davor, was denn noch alles kommen könnte und wie es weitergehen soll, sind wir eingehüllt in diese Sehnsucht nach einem heilen Leben.
Von dieser Sehnsucht spricht bereits Jesaja, der grösste unter Israels Propheten, berufen und aufgetreten im 8. Jahrhundert v.Chr., in einer sehr turbulenten Zeit. Die Weltmacht zu Jesajas Lebenszeit war Assur. David und Salomo waren längst gestorben und ihre Reiche waren in Nord und Süd zerfallen. Jesaja war ein Zeitzeuge des Untergangs und er hatte den Untergang auch prophezeit, den Weltmächten ebenso wie seinem eigenen Volk. Den brutalen Krieg zwischen Nord und Süd musste Jesaja miterleben. In diese Zeit hinein verheisst Jesaja Folgendes: «Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen.» (Jesaja 9,1)
Jesaja kannte ein Leben in der Finsternis. Sein Wort ist eine Sehnsucht nach vorne und eine Heilszusage in tiefster Not. Gott bleibt dem Propheten Jesaja dasjenige Licht, welches die Finsternis zu erleuchten vermag, weil er sich nicht mit der Hoffnungslosigkeit seiner Zeit abfinden will. Jesajas Sehnsucht nach vorne bringt sein Urvertrauen in Gott zum Ausdruck, das Vertrauen und den Glauben, dass Gottes Liebe stärker ist als alles, auch als der Tod. Darum ist diese Verheissung von Jesaja sehr tröstlich.
Liebe Gemeinde, die Verheissung des Lichts für das Volk, das im Dunkeln wandelt, gilt uns allen und danach wollen wir uns ausrichten.
Weder das Weihnachtsfest noch den Übergang ins neue Jahr konnten wir wie gewohnt feiern und geniessen. Und auch in den kommenden Monaten werden wir noch immer auf vieles verzichten müssen, was uns Freude bereitet und darum unserem Leben Aufschwung geben würde.
Umso mehr bleibt uns viel Zeit für unsere ganz persönliche Besinnung auf das verheissene Licht im Dunkeln und auf das Urvertrauen in Gott, weil wir uns wie Jesaja nicht mit der Hoffnungslosigkeit abfinden wollen. Es ist eine Besinnung, die uns alle Tage neu stärkt und die uns tröstet. Wir müssen uns nicht fürchten, weil Gott mit seiner Liebe bei uns ist und weil sein Licht unsere Finsternis erleuchten wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von Herzen ein helles, gesundes und gesegnetes neues Jahr.
Pfarrerin Rahel Vögeli-Siegenthaler
Bereitgestellt: 25.12.2020     Besuche: 171 Monat
 
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