Im R├╝ckblick ein Neubeginn

Blick zum Himmel<div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1142</div><div class='bid' style='display:none;'>15169</div><div class='usr' style='display:none;'>246</div>

Im Juni tankt man Sommersonne. Ist man wohlauf und guter Dinge, so erscheint die Neigung, sich zu bedanken und sich vom Klang der morgendlichen Vogelstimmen tragen zu lassen.
Trägt man Lasten und Ungewissheit, so erhebt sich der Impuls zur Kritik an diesem und jenem. Das Sonnenlicht des Juni in diesem Jahr strahlt Hoffnung aus auf die Gemüter der einen und bürdet Unbehagen auf die Nacken der anderen. Wir sind Freiheit gewohnt und ein Alltag im Rhythmus der gesellschaftlichen Verpflichtungen. Stillstand und Diktat sind uns fremd. Und doch scheint hier und dort in den Köpfen der Menschen ein Gedanke besonderer Art auf, der sich breit macht und eine Neuausrichtung erwägt und einen Keim ansetzt: Was liesse sich in meinem Leben ändern im Rückblick auf die vergangenen Monate? Ist die Wiederaufnahme des früheren Alltags erstrebenswert? Braucht es Korrekturen auf dem Nährboden der Erlebnisse? Die Geschichtsschreibung wird die letzten Wochen ausgiebig dokumentieren und der Historie der Schweiz als Grossereignis einverleiben. Viele Erfahrungen sind für uns neu geworden. Viele Fehler wurden gemacht, anderes gelang auf Anhieb. Und nun, wohin mit Dank und Kritik?

Im Unterschied zu Vorgaben aus Politik und Landesleitung eröffnet die biblische Sichtweise, die Schritte der ErdenbürgerInnen anders zu betrachten. Unser Dank und unsere Kritik gebühren dem allmächtigen Gott. Natürlich bedanken wir uns bei alljenigen, die sich für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden eingesetzt haben. Natürlich haben wir innigstes Mitgefühl mit denjenigen, die ihr Leben lassen mussten sowie den Hinterbliebenen. Und natürlich freuen wir uns auf ein Leben danach ohne Sicherheitsvorkehrungen aller Art.

Sodann: Weshalb schreibe ich dieses Editorial? - Weil wir Menschen auf dieser Erde uns vorbereiten auf die Welt danach, die im Buch Daniel und in der Offenbarung des Johannes fusst. Wir werden hier geprüft. Wir werden betrachtet, ob wir fähig sind, friedlich und warmherzig anderen zu begegnen, bei Gutem und Schlechtem, Neuem und Alltäglichem. Der ewige Gott führt die Menschen anhand ihrer Bitten und Gefühle, die sie in sich tragen. Und deshalb gebührt dem Allmächtigen aufrichtiger Dank fürs Leiten durch die Unebenheiten der letzten Monate. Und den Menschen gebührt Dankbarkeit für ihre Bemühungen und Hilfeleistungen. Und wie ist es mit der Kritik im Sinne von Beanstandungen? Niemals gehört nur ein Funke solcher Gedanken an erschaffene Lebewesen gerichtet, denn das würde bedeuten, Gottes Schöpfung zu beanstanden. Jegliche Kritik ist ausnahmslos und direkt an den Himmel zu richten.

So tragen wir heute ansteckend hoffnungsvolle Stimmung in unsere nahe Zukunft und geben Ehre, wem Ehre gebührt, und Dank, wem Dank gebührt. Und das ist die Bedeutung von: „Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1.Thess. 5,16f)
Daniel Wiederkehr, Pfarrer
Bereitgestellt: 26.05.2020     Besuche: 42 Monat
 
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