Rückblick auf die Konfirmationsreise 2018

Konfreise 2018 5<div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1119</div><div class='bid' style='display:none;'>14255</div><div class='usr' style='display:none;'>246</div>

Als Ergänzung zu den beiden Berichten im reformiert, hier ein Rückblick auf meine 32. und letzte Exkursionsreise im Rahmen der 3-tägigen schulfreien Konftage im Oktober 2018 der jetzt bereits seit wenigen Monaten konfirmierten Jugendlichen der Kirchgemeinde Aarberg.
«Was heisst Frieden 2018 und Zukunft»? Auf den Spuren des Schicksals von Anne Frank und der Holocaust, was können wir als Christen beitragen? hiess unser Thema.

1. Konftag: Mittwoch, 24. Oktober 2018 (Halbtag)

Am Nachmittag fanden in der Kirche die Infos und Einführung für die Konfreise statt. Vor allem der Politiker und UNO- Menschenrechtler Mess Barry, zeigte Zusammenhänge heutiger Konflikte und Kriege auf. Die wahren Zusammenhänge von globaler Macht und Wirtschaft. Fragestellungen und Diskussion und einige Fallbeispiele liessen die Zeit schnell voranschreiten. Frau Daumüller (Christlich-Jüdisch) berichtete über die Vergasung ihrer Grosseltern in Ausschwitz. Claire-Marie Marie Schmid-Tanton über den englischen Fliegerheld der Alliierten (ihren Grossvater). Zum Schluss schauten wir die nachgestellte Farbdokumentation «Ein Tag in Ausschwitz» an, harte Kost an der Grenze zum erträglichen.... (kann auch auf YouTube angeschaut werden). Sichtlich betroffen und in nachmaligen Worten begleitet, waren dann die Jugendlichen genügend vorbereitet auf den KZ-Besuch am Tag danach. Ein Abschluss-Zvieri (von unserer Sekretärin Doris Mattli) und erste Kontakte zu den Leitern, beendete dann diesen ersten halben Konftag.


2. Konftag, Donnerstag, 25. Oktober 2018

Mit dem 40-Plätzer Marticar starteten wir um 09.15 Uhr mit 30 Könfis an Bord und
Hauptleiter Peter Tanner, Pfarrhelfer/Katechet, welcher noch absorbiert war mit
vorherigem Interview für eine Doku auf Tele Bärn. Weitere Leiter: Schweizer-Rumäne und Boxtrainer Nicolae Greurus und Partnerin Nicoletta, UNO-Politiker Mess Barry, Englischlehrerin/Sängerin Claire-Marie Schmid-Tanton, Jüdin und Coiffeuse/Hausfrau
Beatrice Daumüller, fast ein internationales Team! Mittagshalt mit Essen in Selestat France, Eintreffen im KZ Struthof um 15.00 Uhr mit anschliessender Besichtigung.

Das KZ Struthof arbeitete eng zusammen mit Auschwitz, siehe Buch «die Frauen vom Block 10 in Auschwitz». Es ist das einzige deutsche KZ auf französischem Boden. Ein Arbeits-, Folter- und Vernichtungslager mit eigener Gaskammer und Krematorium. 53'000 Menschen verloren in diesem Lager ihr Leben. Sieben Wochen sollte es in der Regel dauern, bevor neue Häftlinge eintrafen (siehe Youtube KZ Struthof und kz.struthof.de). Beeindruckt am Originalschauplatz (noch fast vergängliche Aura spürend), wurde den Jugendlichen bewusst,
dass oft verherrlichte Gewalt in unserem Alltag keine Lösung ist für das Zusammenleben!
Rücksicht, Toleranz, Respekt vor Gewalt. Sensibilisiert dadurch, was man da alles im
Lager sah, wird der Eindruck zeitlebens «Nachhaltig» sein. Noch heute sprechen mich längst Erwachsene mitten im Leben stehende Ex-Konfirmanden darauf an. Ich habe sie mit dem Schicksal von Anne Frank und dem KZ-Besuch infiziert zum Guten! «Die Saat welche da aufgehen soll» in der Erkenntnis getaufter Christen!

Am Abend, Eintreffen in Obernai F, Besichtigung der Synagoge um 19.30 Uhr, bombardiert mit Toten im 2. Weltkrieg. Dann Hotelzimmerbezug und Nachtessen im Saal wo während
des 2. Weltkrieges die Manöver der Franzosen besprochen wurden. Dann freier Ausgang in Gruppen. Bis 24.00 Uhr Nachtruhe. Ging diszipliniert und problemlos, baldige Ruhe, und müde von belastenden Eindrücken. Es war eben für einmal nicht Film, sondern Realität zum Verdauen.

3. Konftag, Freitag, 26. Oktober 2018

Morgenessen um 8.00 Uhr, Abfahrt in Obernai um 9.15 Uhr, 10.45 Uhr Eintreffen im Europapark Rust D, 17.40 Uhr Abfahrt und 20.10 Uhr in Aarberg zurück.
Im Europapark lief alles reibungslos und ohne Zwischenfälle, Teils frei und Teils mit den ausgewählten Leitern (6 Schülern pro Leiter), Gesamtleitung und Führung durch mich. Das «System» bewährte sich. Und alle hatten den Plausch. Europapark deshalb: Ein gutes Ventil und Gegenpool zum ersten Tag, der morbiden Eindrücke. Sollte das Motto am zweiten Tag heissen: Lebensfreude, Dankbarkeit, unbeschwerter Plausch, «Ein bisschen Frieden!»

Wieder in Aarberg: Beim Eintreffen sagten mir einige Eltern «Danke Herr Tanner, dass Sie uns üser Giele und Modis so fröhlich und aufgestellt und unversehrt zurückbringen». Ein paar Frauen und Männer meinten dann sogar, mich Pesche nennen zu dürfen! Wrum wohl? Einige wurden nämlich von mir vor 30 Jahren unterrichtet und konfirmiert und outeten sich. Endlich der Anlass war gegeben. Sie waren damals die ersten im KZ Struthof, 1986/87. Und ihre Kinder die letzten. Da dachte ich, wie die Zeit vergeht, du ewig Jugendlicher, Begeisterter. Warum wohl? Die Könfis sind voller Leben, das hat mich stets infiziert, bis zum heutigen Tag. Ein Ziel habe ich in all den Jahren mit dieser Exkursion erreicht:
Nachhaltigkeit und Erlebnisse unvergesslich auf beiden Seiten. Dank der Mithilfe bei der Organisation von Doris Mattli und Marti AG wurden die Konftage von mir in Aarberg, ein letztes Mal zum Erfolg für alle Beteiligten! Ein herzliches Dankeschön allen! Es bleibt « nachhaltig»! …wenn wir uns wieder begegnen...

Peter Tanner (Pfarrhelfer, Katechet) und Team und liebenswerte Könfis


*) aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich ausschließlich die männliche Form. Sie bezieht sich auf Personen beiderlei Geschlechts (gilt sinngemäss auch für Pfarrer und andere weitere Nennungen)

Bereitgestellt: 25.09.2019     Besuche: 10 heute, 291 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch