«Nachhaltigkeit» ein Zauberwort für den KUW- Unterrichtserfolg? Und immer wieder «Exkursion»

Leiterteam Konfreise 2018 in der Kirche Aarberg<div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1083</div><div class='bid' style='display:none;'>14249</div><div class='usr' style='display:none;'>246</div>

TEIL 1
Vor gut einem Jahr berichtete ich in einem dreiteiligen Artikel über den Begriff «Die Exkursion, was ist das?» Immer wieder habe ich in meinen bald 42 Jahren Beruf (inkl. Ausbildung/ Praktika) als Pfarrhelfer/Katechet, es bevorzugt, KUW-Schüler immer direkt mit einer Sache, Situation, Menschen, Einrichtungen zu konfrontieren! Nicht immer ohne Probleme oder Widerstände, bei gewissen Themen oder Gästen!
In der Kirchgemeinde Aarberg muss ich lobend erwähnen, wurden alle meine Ideen (mit meiner Überzeugungskraft) genehmigt und unterstützt in all den 16 Jahren meines Wirken's.

So ziehe ich kurz vor meiner ordentlichen Pension mit bald 65 Jahren eine Bilanz aller meiner Berufsjahre in verschiedenen Kirchgemeinden und Pfarrämtern. Mit einem Blick zurück, auf eine Art Entwicklungsgeschichte bis zur heute bestehenden «Nachhaltigkeit».

Viele meiner Vorgänger, besonders ältere Pfarrherren der 70/80er Jahre, hatten die Angewohnheit Dias zu jedem beliebigen Thema zu zeigen. Das war damals en vogue und modern! Weil die grossen schweren Filmspulen, welche man in den Projektoren jener Zeit (16 mm) abspielte, war vielen zu kompliziert!

Denn oft hatte man «Hackepeter» oder anders gesagt, die Zahnrädchen stoppten den Film oder es fing an zu «schmürzelen» und der Vorspann (langer Filmstreifen) wurde schon samt Anfang des Filmes weggerissen. Verzögerungen, Unruhe, Gelächter und ein Stossgebet, es möge doch jetzt endlich gehen, war der Schrecken von Pfarrern und später Katecheten*. Abgesehen vom knatternden Lärm, welcher im Einklang zu den damaligen Lautsprechern alles übertönte. Sei es das Schwatzen einzelner Schüler oder das Gähnen des Pfarrherrn, welcher noch in angefangener Stunde und Film, den Unterricht bald beendete. Weil ein Toter warte, so nannte man eine Beerdigung! Und die Schüler durften vor der Kirche kein Wort schwatzen, sonst gab es böse Briefe von Trauergästen, weil das pietätslos war, damals… Darum liebten die grauen Eminenzen damaliger meistens schwarz gekleideten Pfarrer die Dias. Da konnte man einige weglassen und die Stunde (oder eben nur der Teil davon) war gerettet. Die coole Religionspädagogik dieser Jahre. Es beststand kein eigentliches Lehrziel, als beidseitig die Stunde hinter sich zu bringen.

So wurde zwar gestaunt über so viel Einblick, mit Dias: In apokalyptische Welten, ferne Missions-, Christus-, Behinderten- und Rauschgiftwelten, und Gott war der alleinige Retter und Erlöser. Das Dia mit dem Kreuz durfte nicht fehlen am Schluss der Show. Oder wurde dann eben wie oben genannt, schon früher als Ende ins Magazin eingereiht, wenn es nicht zu Beginn, durch Unachtsamkeit eines Schülers zu Boden fiel. Und dann immer wieder Bilder seitlich oder auf dem Kopf standen! Der rote Kopf des «Pfaffi» hatte sowieso mehr Beachtung.

Nun, Dias hin oder her, die Emotionen, Begeisterung und die Nachhaltigkeit bei den damaligen Kinderlehreschülern 7./8. Schuljahr und Könfeler 9. Schuljahr, hielten sich in Grenzen. Genau da entdeckte ich meine Stärken, in meinen unsicheren Anfängen.

Denn als ausgebildeter Radiojournalist, später auch TV (im Erstberuf) vor dem zweiten, theologisch, pädagogischen, liebte ich die Front des Geschehens. Es gab damals noch keine Katecheten, ich gehörte (ab 1977 zu den ersten im Kanton Bern. Und wir hatten damals ziemlich viel Spielraum. Die Ausbildung war noch nicht institutionalisiert, teils hatten wir Seminare oder besuchten einzelne Themen zusammen mit den Theologiestudenten. Es gab auch noch kein eigentliches Berufsprofil?!

Nächstes Mal dann mehr, u.a. auf die Reaktion der Pfarrer auf die Katecheten.
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Peter Tanner, Pfarrhelfer

*) aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschließlich männliche Form. Sie bezieht sich auf Personen beiderlei Geschlechts und gilt sinngemäss auch für Pfarrer und weitere Nennungen
Bereitgestellt: 25.09.2019     Besuche: 4 heute, 369 Monat
 
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