Ein langjähriges Projekt sucht einen guten Abschluss

indigene Mädchen aus dem Schulprojekt<div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1083</div><div class='bid' style='display:none;'>14027</div><div class='usr' style='display:none;'>246</div>

Mexico ist ein Land der Gegensätze. Millionenstädte sind ebenso präsent wie ausgedehnte ländliche Gebiete. Sowohl an den Rändern der Städte, wie auch auf dem Lande lebt ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung in Armut.
Die Häuser bieten kaum Schutz vor Regen, Wind und Kälte. Es fehlt an sauberem Wasser, an der nötigen Hygiene, an genügender und gesunder Ernährung. Krankheiten machen den Alltag schwer und medizinische Versorgung ist meist unerreichbar. Eltern ohne jegliche Bildung leben mit ihren Kindern unter der Armutsgrenze. Um das Überleben der Familie zu sichern, müssen oft alle mitverdienen. Für viele Mädchen und Jungs ist an einen Schulbesuch nicht zu denken. Nahrung kommt verständlicherweise vor Bildung. Aber wer nicht lesen, schreiben und rechnen kann, hat es auf dem Arbeitsmarkt sehr schwer. Die Gefahr manipuliert und ausgenützt zu werden ist gross und die Möglichkeit der Armut zu entkommen dementsprechend klein.
Da setzte vor gut 40 Jahren unsere Hilfe ein. In Mexico sind 6 Schuljahre obligatorisch, jedoch nicht gratis: Es braucht eine Schuluniform, es wird eine geringe Gebühr erhoben und das Material muss selber berappt werden. Aber das ist für arme, kinderreiche Familien kaum bezahlbar. Überzeugt, dass Bildung ein möglicher Weg aus der Armutsfalle sein kann, wollte ich Kindern in einem Hochlanddorf nahe von Querétaro, einer Millionenstadt, den Schulbesuch ermöglichen. Ich sah mich in der Schweiz nach Gleichgesinnten um. Zusammen suchten Spender und fingen an, Stipendien zu entrichten. Nonnen vor Ort begleiteten uns. Später verkauften wir Produkte aus fairem Handel und konnten uns mit dem Erlös an einem Projekt zur Errichtung einer Schule in einem Slumgebiet am Rande der Grossstadt engagieren. Als die Schule für 600 Kinder stand und eingerichtet war, wandten wir uns wieder ganz dem Hochlanddorf zu. Wir erweiterten unser Stipendienangebot und unterstützen seither lernwillige Jugendliche beim Erlernen eines Berufes.
Zurzeit sind 60 Kinder und Jugendliche auf allen Schulstufen im Programm. Es gibt Schüler, die lediglich die 6 Primarschuljahre absolvieren, viele machen eine Lehre, besuchen eine weiterführende Schule oder die Universität. Sie werden Mechaniker, Bankangestellte, Pflegerin, Informatiker, Lehrer, Jurist, Arzt...! Es kann aber auch vorkommen, dass eine Ausbildung aus zwingenden Gründen abgebrochen werden muss.
Das Rad würde sich immer weiterdrehen, wenn das Projekt einfach vererbt werden könnte. Leider ist das nicht der Fall und so müssen wir ein gutes Ende finden. Unser Wunsch ist es, dass alle, die jetzt am Lernen sind ihr Ziel erreichen können. Das bedeutet, dass keine Neuen mehr aufgenommen werden. Eine Ausnahme möchten wir mit den 2 bis 4 Primarschülern machen, die jährlich um Unterstützung anfragen. Sie sollen zur Schule gehen dürfen bis sie die 6 obligatorischen Schuljahre absolviert haben oder das Projekt sein Ende erreicht hat. Das wird voraussichtlich 2024 der Fall sein.
Damit das Projekt auf diese Weise beendet werden kann, benötigen wir noch ungefähr 60‘000 Franken, sind also weiterhin auf viele Spenden angewiesen. Wir danken allen, die uns bis heute unterstützt haben, namentlich auch der Kirchgemeinde, die uns jährlich einen grossen Betrag zukommen lässt. Neue Spender sind natürlich herzlich willkommen und allfällige Fragen rund um unser Engagement beantworte ich gerne (Telefon 032 392 32 16).

Christine Liechti, Aarberg
Autor: Bruno Wyss     Bereitgestellt: 24.05.2019     Besuche: 27 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch