Rostfrei

Rost<div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1084</div><div class='bid' style='display:none;'>13723</div><div class='usr' style='display:none;'>246</div>

Der neue Wagen, das TV Gerät, Haushaltsequipment oder sonst ein Gegenstand vom Neuen / Allerneusten verspricht grösseres Glück.
Austausch, Eintausch, Neuanschaffung, Komfort und Luxus mehren sich. Die Wegwerfgesellschaft strebt nach dem Unverbrauchten. Prestige gibt nur der letzte Chic.
Rostfrei war früher die Folge von Pflege und Sorgfalt im Umgang mit Material. Heute ist rostfrei die Folge von Kaufkraft. Das gilt für neue Zähne genauso wie für das faltenlose Gesicht. 0b Frischzellenkur oder sonst was Verjüngendes – der Drang nach Erneuerung macht auch vor der Biologie nicht Halt.
Aber bei all dem Streben nach Frischem, werden die Leute dennoch älter. Oft spüren sie - leicht angstbesetzt - dass sie selber Opfer der Wegwerfmechanismen werden könnten: Arbeitsplätze sind nicht mehr sicher, Reduziertendenzen beim Kündigungsschutz, jede/r ist ersetzbar geworden, im Beruf und in der Beziehung. Auch die Liebe setzt Rost an und Glanz bröckelt ab, weshalb die oder der Neue vielen attraktiver erscheint. Lebensabschnittspartnerschaften sind die Folge davon. Wer Abwechslung liebt, entgeht durch den Wechsel der Rast und vielleicht auch dem Rost.
Alte Liebe rostet nicht, sagt ein Sprichwort und stellt sich dem bisher Gedachten ziemlich quer. Gemeint ist ein Phänomen auf der Ebene Freundschaft: da sind tatsächlich die alten, früh geschlossenen oft beständiger als die neuen. Warum? - weil die Seele damals selber noch neu war? Das Bewusstsein ungetrübt? Weil sich die Hoffnung frisch und frei erstreckte auf viele Lebensperspektiven? Wer weisss, auf jeden Fall scheint das Neue nicht unbedingt und überall wertvoller als das Alte zu sein. Die feinen Qualitätsunterschiede zu bemerken kann Aufgabe sein für ein rostfreies neues Jahr.
Christian Jegerlehner, Pfarrer
Autor: Bruno Wyss     Bereitgestellt: 14.12.2018     Besuche: 17 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch