"Die Exkursion" – Was ist das? 2. Teil

vor dem Grossmünster Zürich<div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1048</div><div class='bid' style='display:none;'>13180</div><div class='usr' style='display:none;'>246</div>

Als Stadt/Wahlzürcher seit 1998, hatte ich plötzlich die Idee, künftig mit den Schülern auf den Spuren der Reformation zu wandeln.
Als Zürcher Altstadt- und später Langstrassquartierbewohner, hatte ich Berührungen mit dem Grossmünster (Zwingli-Kirche), der offenen St. Josef-Kirche, der Street-Church-Kirche (Jugendkirche), den Pfarrer Sieber Werken mit den Begegnungs- und Andachtsräumen (ich arbeitete selbst mal kurz beim kürzlich verstorbenen Pfarrer Ernst Sieber). Und dann auch das Christestübli für Randständige, welche uns oft ihr Leben erzählen..., das Café-Yucca, die Stadtmission und die Zürcher HB-Kirche!
Seit genau zehn Jahren ging es also fortan unter der Mitleitung von Aarberger-Kirchenräten oder der Sekretärin, jeweils an einem Samstag, Ende Januar/Anfang Februar, und mit der 2. Gruppe 7. KUW Klasse im Juni nach Zürich. Eine kleine Erfolgsgeschichte! Ein "Marathon" mit Zeitfaktor und einigen Fusskilometern (wurde mal mit Schrittzähler gemessen), ganzer Tag zwischen 7 - 8 km.

Die "ZH-Exkursion" auf einen Blick (Abweichungen möglich): Ab jeweils 10 Uhr Besichtigungen und Führungen (teils auch durch mich), HB-Kirche Zürich (Führung durch Seelsorge-Team), Begegnung, Stille, Gebet und Beratung. Seelsorge für Christen, Juden, Muslime, Hinduisten, Buddisten. Landesmuseum (Kirchen- und Reformationsgeschichte), des Reformators Zwingli (originale Gegenstände), Café Yucca (Stadtmission), Original (historische) Zwinglistube. Wo Zwingli hauste und seine Reformationsthesen schrieb! Da sitzt die Klasse an seinem Originaltisch... und ist sichtlich betroffen, wenn ich schildere, dass Zwingli von da aus in den Kappelerkrieg zog und ihn dort das Schicksal ereilte, dass er gevierteilt wurde! Es folgt das Grossmünster/Krypta/Turm, Zwingli-Denkmal. Wasserkirche mit den historischen (zugänglichen) Ausgrabungen der Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula! Die Fraumünster-Kirche mit den berühmten Chagall-Fenstern. Die St-Peters Kirche mit dem grössten Uhr-Zifferblatt Europas. Lindenhof (mit dem Überblick über die Reformationsstadt) der Zürcher Kirchen-Wahrzeichen. Je nach Zeit und Bedarf finden am Nachmittag noch die eine oder andere Besichtigung oben erwähnter Einrichtungen und Kirchen statt!

Um etwa 13 Uhr 20 geht's direkt ins Niederdorf in eine währschafte noch gut erhaltene Züribeiz (Rheinfelder Bierhalle), wo dann direkt ab Karte (nach eigenen Gelüsten) gegessen wird. Ob von Leberli mit Röschti, Fleischkäse mit Spiegelei, Geschnetzeltes oder "Schnippo" die Schüleraugen noch eine Spur mehr strahlen, als ob all den Kirchen....?

Nach einem kleinen Ausgang im Niederdorfrayon (Shoppen) geht es dann um 16 Uhr auf den Zug zur Heimreise nach Aarberg! Und alles geht heute so schnell, dass selbst die grossen "Lutscher", erstanden vor der Abreise im Lollipop (das ist zwingend für die 7. Klässler), in Aarberg noch immer gelutscht werden. Als lasse man noch einmal den Tag genüsslich auf der Zunge zergehen!

Fazit: Die Schüler haben jetzt eine Ahnung von der Reformation! Man(n) hofft es….. "Denn allein die Hoffnung stirbt zuletzt!" Die Schüler wissen, dass es noch andere Kirchen gibt...Es gäbe auch noch den Weltkirchenrat in Genf! (Ich war auch dort mit früheren Klassen.) Die Schüler wissen auch, dass nicht nur im Grossmünster frühere Mönche unter den Plattenböden bestattet sind, sondern auch der 1. Landvogt von Aarberg unter dem Taufstein in der Kirche Aarberg. Sie wissen jetzt, dass die Kirche überall präsent ist und Hilfe, Dienstleistungen und Seelsorge dem Mitmenschen anbietet. Pfarrer Sieber sagte einst: "Der Staat ist ein Seelen-Sarger". "Die Kirche die Seelen-Sorgerin".

Dass auch mitunter heutige reale Gestalten und Aktualitäten die Reformations-Spurensuche begleiten, ist dann eben ein zusätzliches Geschenk von oben! Davon dann mehr in meinem 3. und letzten Teil.

Peter Tanner, Pfarrhelfer/Katechet (63jährig)

Autor: Bruno Wyss     Bereitgestellt: 25.06.2018     Besuche: 11 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch