Auf den Spuren der Hugenotten von Aarberg nach Lyss

Foto 1, Logo Hugenottenweg<div class='url' style='display:none;'>/kg/aarberg/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>952</div><div class='bid' style='display:none;'>12539</div><div class='usr' style='display:none;'>246</div>

Sie sind nicht zu übersehen, die neuen weissen Wegweiser am Äärli.
«Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser» steht unter dem Signet, einem altmodisch gekleideten Mann im blauen Kreis auf grünem Wellenband. Der am 16. September eröffnete Hugenottenweg von Aarberg nach Lyss ist Teil des 1880 km langen internationalen Kulturwanderwegs, der von Le Poët-Laval (Drôme) sowie Torre Pellice und Saluzzo (Piemont) durch das Schweizer Mitteland bis nach Bad Karlshafen (Hessen) führt und dabei den Fluchtrouten der Hugenotten und Waldenser nach dem Widerruf des Ediktes von Nantes (1685) folgt. In Frankreich, Italien und Deutschland ist der Weg fertig ausgeschildert; nun schliessen sich auch in der Schweiz allmählich die Lücken. Der kurze Abschnitt von Aarberg nach Lyss steht ganz im Zeichen des Schiffsunglücks auf der Aare vom 5. September 1687, bei dem 111 Hugenotten ihr Leben verloren.
Eine Tafel an der Kirchenmauer in Aarberg und vier Informationsstelen unterwegs geben Auskunft über den politischen Hintergrund des Exodus von Tausenden Protestanten aus Frankreich und dem Piemont und berichten, wie es zu dem Unfall kam und was mit den Opfern geschah. Am Ortseingang von Lyss überrascht die Installation «Naufrage Moment mal re garde» des Bieler Künstlers Gianni Vasari, die das Unglück thematisiert. Entstanden ist das Werk in Zusammenarbeit mit dem aus Kuba stammenden Maler Humberto Ocaña und unter Mitarbeit von Asylsuchenden der nahen Kollektivunterkunft Kappelen-Lyss. Der Wegabschnitt endet bei der alten Kirche Lyss, wo auf dem ehemaligen Friedhof mindestens 15 der Opfer des Schiffsunglücks begraben wurden. Dort erinnert nun ein aus der Dauphiné, der Heimat der meisten vom Unfall betroffenen Hugenotten, herbeigeführter Stein an das Ereignis und seine Opfer.
Realisiert hat diese kleine Geschichtslektion eine Arbeitsgruppe im Auftrag der Stiftung VIA, der Trägerin des Schweizer Weges. Ermöglicht wurde sie dank grosszügiger Spenden der Einwohnergemeinden, Kirchgemeinden, Burgergemeinden und Korporationen von Aarberg, Kappelen und Lyss.

Bericht von Margrit Wick-Werder, Dr. phil., Historikerin


Autor: Bruno Wyss     Bereitgestellt: 26.09.2017     Besuche: 43 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch